28. November 2025 · Isabelle de Castel
Wie verkostet man Wein? Die 5 Schritte vom Sehen bis zum Nachgeschmack
Lernen Sie, wie man Wein in fünf einfachen Schritten verkostet: vom Sehen und Riechen bis zum Schmecken und Beurteilen des Nachgeschmacks. So holen Sie mehr aus jedem Glas.

Ein Glas Wein trinken Sie so aus, aber ein Glas Wein zu verkosten ist eine Fähigkeit, die Sie erlernen können. Wer weiß, wie man Wein verkostet, entdeckt in jedem Glas mehr als nur ‘lecker’ oder ‘nicht lecker’. In diesem Artikel nehmen wir Sie mit durch die fünf klassischen Schritte des Verkostens: vom Sehen bis zum Nachgeschmack. Sie müssen dafür kein Kenner sein — nur ein Glas, etwas Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, kurz innezuhalten bei dem, was Sie verkosten. Isabelle de Castel importiert seit 1999 Qualitätswein von kleinen Winzern und half über 100.000 Kunden auf den Weg; fast alle begannen genau hier.
Schritt 1: Sehen
Bevor Sie überhaupt riechen oder nippen, schauen Sie sich den Wein an. Halten Sie das Glas vor einen weißen Hintergrund und achten Sie auf Farbe und Klarheit. Ein junger Weißwein ist oft hell und grüngelb; ein reiferer Weißer zieht ins Goldene. Bei Rotwein verrät ein violetter Rand Jugend, während Ziegelrot auf Alter hinweist. Kippen Sie das Glas und schauen Sie, wie dick oder dünn der Wein über das Glas läuft — die sogenannten ‘Beine’ oder ‘Tränen’ erzählen etwas über Alkohol und Körper. Dieser erste Blick gibt schon eine Erwartung von dem, was kommt.
Schritt 2: Schwenken
Drehen Sie das Glas ruhig, sodass der Wein gegen die Wand schwappt. Durch das Schwenken bringen Sie Sauerstoff in den Wein und die Aromen werden frei. Sie sehen den Wein kurz aufgehen: Düfte, die zuerst geschlossen schienen, springen nun hervor. Tun Sie dies nicht zu wild — ein paar ruhige Drehungen genügen. Besonders bei jungen und kräftigen Weinen macht das Schwenken einen großen Unterschied bei dem, was Sie gleich riechen.
Schritt 3: Riechen
Die Nase leistet die meiste Arbeit beim Verkosten. Stecken Sie Ihre Nase ins Glas und atmen Sie ruhig ein. Versuchen Sie, Düfte zu benennen: Frucht (Zitrus, Kirsche, schwarze Johannisbeere), Blüten, Kräuter, Holz oder etwas Erdiges. Sie müssen nicht sofort alles erkennen — beginnen Sie mit großen Kategorien und verfeinern Sie später. Vieles von dem, was wir ‘Geschmack’ nennen, riechen wir in Wirklichkeit. Wer lernt zu riechen, verkostet dadurch auch schärfer. Ein Glas mit vielen verschiedenen Duftschichten weist oft auf einen komplexen, interessanten Wein hin.
Schritt 4: Schmecken
Nehmen Sie einen kräftigen Schluck, aber schlucken Sie nicht sofort. Lassen Sie den Wein durch Ihren ganzen Mund rollen, denn jede Zone schmeckt anders: süß vorne auf der Zunge, sauer an den Seiten, Bitterkeit hinten. Ziehen Sie vorsichtig etwas Luft nach innen, um die Aromen zu verstärken. Achten Sie auf die Bausteine des Weins: die Säuren, die Frische geben, eventuelle Süße, das Alkoholgefühl und bei Rotwein das Tannin, das Ihren Mund etwas trocken und rau macht. Zusammen bestimmen sie, ob ein Wein im Gleichgewicht ist.
Schritt 5: Der Nachgeschmack
Schlucken Sie den Wein hinunter (oder spucken Sie aus, wenn Sie viel verkosten) und achten Sie darauf, was zurückbleibt. Das nennt man den Abgang oder Nachgeschmack. Bleibt der Geschmack lange hängen oder verschwindet er sofort? Ein langer, angenehmer Abgang ist meistens ein Zeichen von Qualität. Hier erkennen Sie auch, ob der Wein sauber ausklingt oder gerade scharf oder bitter endet. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt — gerade der Nachgeschmack sagt Ihnen, ob Sie noch ein Glas möchten.
Gemeinsam verkosten lernt man am schnellsten
Diese fünf Schritte lesen Sie so, aber in der Praxis lernen Sie am schnellsten durch Vergleichen. Bei einer Weinverkostung zu Hause verkosten Sie unter Anleitung zehn Weine, einen Port und einen Likör und entdecken Schritt für Schritt, worauf Sie achten müssen. Unser Berater weist Ihnen den Weg und stellt Fragen, die Ihren Geschmack schärfen. Lesen Sie auch einmal wie eine Weinverkostung zu Hause genau funktioniert oder was Sie alles bei so einem Abend verkosten. Möchten Sie Ihren Geschmack wirklich vertiefen, dann hilft Ihnen der SVH-Weinentdecker, das Verkosten systematisch zu meistern.
Bereit, die fünf Schritte selbst zu üben? Buchen Sie eine Weinverkostung oder entdecken Sie alle Möglichkeiten, um verkostend klüger zu werden.
Häufig gestellte Fragen
